Projektwelt Newsletter April 2022

VI-TRAIN – virtuelles Handwerken mit Tradition    NEU!

Im Erasmus+ Projekt VI-TRAIN – VIrtual TRAINing for traditional Crafts werden die Voraussetzungen für ECQA-zertifizierte innovative Trainings für traditionelles/ bedrohtes Handwerk und den Umgang mit Bauschäden entwickelt und für die Zertifizierung vorbereitet.


Die Ziele von VI-TRAIN sind:
• geeignete virtuelle Lehrmittel für Handwerker:innen (Handarbeit) zu identifizieren
• geeignete Mittel der Online-Zusammenarbeit in praktischen Schulungen zu identifizieren
• Erfolgskriterien für best-mögliche digitale Lösungen abzuleiten
• Entwicklung und Test eines virtuellen/3D-Trainingssystem für Handwerke und Gebäudeschaden-Erkennung durchzuführen
• Möglichkeiten zur Überwindung von Restriktionen zu untersuchen und zu testen
• Train-the-Trainer-System zur Anwendung ausgewählter Methoden im Training traditioneller Handwerke zu entwickeln


Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, beschäftigen sich die Projektpartner mit verwendbaren neuen Techniken, Technologien und Möglichkeiten der Digitalisierung. VI-TRAIN Partner analysieren diese Techniken und Technologien, um die Brauchbarkeit für die Zwecke des Projekts zu prüfen.
Allerdings fehlen im Fall von manueller, handwerklicher Arbeit diese Beispiele, was heißt, dass die Partner nach Parallelen in der Anwendung suchen müssen. Diese Vorgänge werden dann genau überprüft, um zu sehen, ob sie sich auch für das Training von Handwerker:innen eignen. Dabei muss neben der Ausführung der handwerklichen Tätigkeit auch das Ergebnis virtuell verfügbar sein. Dies setzt gezielte Anleitung durch erfahrene Handwerker:innen voraus. Gerade dieses Training soll durch ausgewählte Digitalisierungshilfen unterstützt werden.
Die geeigneten Best Practice Beispiele wurden im März in Country-Reports und einem EU Report zusammengefasst und auf der VI-TRAIN Website zur Verfügung gestellt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch der Datenschutz für die verwendeten Tools.


Bei einem Infotag am 8. März 2022 wurden in einen Studienbesuch im Institut Digitalisierung und Informatik des IMC Krems die digitalen Möglichkeiten und ihr Einsatz für das Kulturerbe vorgestellt.

Mehr zu VI-TRAIN finden Sie hier.


The European Heritage Academy maßgeschneidertes Training für Fachleute

Seit 2017 bietet die Europäische Heritage Academy/EHA in Mauerbach gezieltes Training für Fachleute aus dem gebauten Kulturerbe an. Die von der Burghauptmannschaft Österreich/BHÖ und dem Bundesdenkmalamt/BDA gegründete Academy übernimmt die in verschiedenen EU-Projekten entwickelten Trainings-Module und veranstaltet laufend entsprechende Kurse.

Neben den bekannten Modulen aus MODI-FY werden ab Mai 2022 die Kursmodule angeboten, die im Projekt PRO-Heritage entwickelt wurden.
Dabei handelt es sich um Weiterbildung im Bereich Energie-Effizienz in historischen Gebäuden – ein Thema, das gar nicht aktueller sein könnte!
Zahlreiche Initiativen der EU-Kommission zielen auf eine Verringerung von CO2-Werten und dem generellen Energieverbrauch, darunter Neues Europäisches Bauhaus, EU Green Deal und Renovation Wave.
EHA leistet auf diese Weise einen direkten Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen und Energie-Verbrauch in/für historische Gebäude.


Die neuen Kursmodule werden sowohl in Deutsch wie auch in Englisch angeboten, um eine möglichst große Zahl an interessierten Teilnehmer:innen zu erreichen. Die ersten Kurse in DE finden am 4. Mai und Anfang Juli statt, der Termin für die EN Version ist im Juni geplant.


Am besten melden Sie sich gleich zu einem Termin an, damit auch Sie zukünftig als „Energie Experte“ Ihren Beitrag leisten können.

Mehr zu The European Heritage Academy finden Sie hier.


Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage – soll verlängert werden

Das Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage ist bestrebt, Fachleuten und Handwerker:innen Weiterbildung anzubieten, die traditionelle Kompetenzen und Fertigkeiten zur Optimierung der Energieeffizienz und der Nutzung von erneuerbaren Energien für das historisch erbaute Erbe vermittelt. Die Lernelemente beruhen dabei auf
Best Practice der Partnerorganisationen. Darüber hinaus schafft PRO-Heritage – PROtect traditional built Heritage Skills – eine Struktur sowie ein Umfeld für regelmäßigen Austausch von Gesellen in Europa, um voneinander zu lernen bzw. sich über Kompetenzen und Fähigkeiten auszutauschen.


Die wichtigsten Anliegen von PRO-Heritage sind:
• der Schutz der traditionellen Kompetenzen und Fähigkeiten für das errichtete kulturelle Erbe, die für Energieeffizienz und erneuerbare Energien von Bedeutung sind
• die Notwendigkeit, ausreichend ausgebildete und geschulte Fachkräfte und Handwerker in die „sanfte“ Konservierung, Wartung und laufende Pflege einzubeziehen
• die Notwendigkeit, diese Fachkräfte und Handwerker zu zertifizieren, um ihnen die Anerkennung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten zu ermöglichen


Das Erreichen einer besseren Energieeffizienz in historischen Gebäuden wird als WIN-WIN-Situation für alle gesehen – Eigentümer tragen geringere Energiekosten, Bewohner genießen modernen Komfort zu vernünftigen Preisen und die Gesellschaft senkt insgesamt den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß, was in Zeiten wie diesen unumgänglich erscheint. So konnte die Hofburg Wien ihren Energieverbrauch von ca. 200 auf rund 80kWh pro m² und Jahr senken.

Die Projektlaufzeit von PRO-Heritage wurde vor kurzem verlängert. Damit können jetzt notwendige Face-to-Face Kurse durchgeführt werden, die auf Grund von Covid19 verschoben werden mussten. Auch eine verbesserte Fassung der Lehrvideos ist so möglich geworden.

Mehr zum Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage und die ersten fertiggestellten Produkte finden Sie hier.


EHL Kulturerbesiegel – Energie sparen im als Ehre und Verpflichtung

In fast zehn Jahren hat die EU Kommission 48 historischen Stätten in Europa das Kulturerbesiegel EHL verliehen. Und jedes Jahr kommen neue dazu.
Die Hofburg Wien trägt das EHL Siegel seit 2016 und hat wichtige Schritte getan, um diese Auszeichnung auch beibehalten zu können.
Neben einem international beachteten Leitsystem wurde ein Besucher:innen-Zentrum eröffnet und der barrierefreie Zugang in hohem Maß ermöglicht.


Weitere wesentliche Dinge in Planung sind die Umsetzung einer CI (Corporate Identity) für die Hofburg Wien und Maßnahmen der Arealentwicklung für die größte zusammenhängende historische Profananlage in Europa.
Ein ganz bedeutender Punkt in der Weiterentwicklung der EHL Stätte Hofburg Wien ist die Mitgliedschaft im neugeschaffenen Verein „EHL@N – Verein zur Förderung des Europäischen Kulturerbe-Siegels und der damit ausgezeichneten Stätten“, der die Zusammenarbeit der EHL Stätten zukünftig unterstützen und vorantreiben wird. Nach der Gründung 2021 ist die Hofburg Wien – vertreten durch die BHÖ – das erste Voll-Mitglied in diesem gemeinnützigen Verein.


Nach Ende des EHL Netzwerk Projekts EHL@N übernimmt der Verein quasi die Steuerung der Netzwerk-Aktivitäten. Und damit die Aufgabe, das Netzwerk zu stärken und den Mitgliedern, also allen derzeitigen und künftigen EHL Stätten, Unterstützung und Hilfe anzubieten.
Damit wird eine noch bessere Bekanntheit erreicht und die EHL Stätten arbeiten gemeinsam an der Verbesserung ihres Markenauftritts.

Mehr zum Projekt EHL@N hier.


FLIP2-INCREAS – Pilotprojekt zur Stärkung des Kulturerbe-Sektors

In den letzten zehn Jahren rückte das Europäische Kulturerbe immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Europäischen Kommission. Das Kulturprogramm stimulierte und investierte in Initiativen wie die Kulturhauptstädte, das Europäische Jahr des Kulturerbes, das Europäische Kulturerbe-Siegel und andere. Eine Reihe von Berichten und Strategien, wie jene für das Europäische Kulturerbe des 21. Jahrhundert, wurden entwickelt und veröffentlicht. Die inzwischen ein ziemlich klares Bild davon vermitteln, wohin sich das kulturelle Europa in den kommenden Jahren entwickeln soll.


Die Herausforderung besteht nun darin, aktiv zu werden und das Vorgeschlagene in die Praxis umzusetzen. Die INCREAS – INnovation and CREAtive Solutions for Cultural Heritage Projektpartner sehen das Pilotprojekt als perfekte Gelegenheit, mehrere in den letzten fünf Jahren ergriffene Maßnahmen fortzusetzen: aufbauend auf EU-Projekten wie MODI-FY, PRO-Heritage, RCIA sowie dem Europäischen Kulturerbe-Siegel (EHL) – verliehen an die Union Lublin 2014 und die Hofburg Wien 2016.


Das Pilotprojekt INCREAS hat bereits eine Reihe von Workshops durchgeführt und wichtige Erkenntnisse gewonnen. Dies hat zum ergänzenden Workshop „Statistische Daten für den Sektor Cultural Heritage“ am 17. Juni 2021 mit der EU-Kommission geführt.


Der Abgleich der ESCO Berufe bzw. der gelisteten Kompetenzen im Skills Panorama ist in Fertigstellung. Das ist die Basis für eine bestmögliche Struktur des Sektors für Kulturerbe und Kreativwirtschaft.
Derzeit arbeiten die Projektpartner an einzelnen Projektergebnissen, die quasi Sub-Projekte darstellen: Damit sind besonders der Expert:innen-Pool, die Online Marktplätze und die Guidelines für regionalen Entwicklung gemeint. Gerade die Marktplätze haben riesiges Potential als Drehscheibe für Produkte und Dienstleistungen des Kulturerbe-Sektors. Hier sollen Nutzer:innen einerseits ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten, andererseits auch ihren Bedarf an historischen (recycelten) Baumaterialien decken können. Der Expert:innen-Pool erlaubt in Zukunft den Europa-weiten Zugriff auf Handwerker:innen und andere Spezialist:innen, die ihren Beitrag zur Erhaltung wertvollen Kulturerbes leisten.
Die Zusammenarbeit mit dem Blueprint Projekt CHARTER läuft und dient der Bereicherung beider Projekte.

Mehr Information zu INCREAS finden Sie hier.


EHL@N – EHL Stätten als Spiegel der Europäischen Vielfalt

Von Oktober 2019 bis Februar 2022 – inklusive sechs-monatiger Verlängerung – lief das EU-Netzwerk Projekt EHL@N. Das Netzwerk hatte das Ziel, die Marke EHL zu stärken und besser bekannt zu machen.
18 EHL Stätten arbeiteten an einer erfolgreichen Strategie, wie dies zu bewerkstelligen sei.
Neben einer intensiven Zusammenarbeit in der Verbesserung des Markenauftritts wurden mehrere neue Instrumente für die Vermarktung der EHL Stätten geschaffen.


Ein Highlight der Kooperation war der Fotowettbewerb 2020 mit reger Publikumsbeteiligung. Aus insgesamt 125 Einreichungen wurden Gewinner in 4 Kategorien ermittelt. Die siegreichen Fotos finden Sie auf der EHL@N Website.
Zahlreiche Workshops zum Thema „Capacity Building“ helfen den Stätten, sich zukünftig erfolgreich zu positionieren und gezielt neues Publikum anzuziehen. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer:innen von den Workshops zu „EUROPA NOSTRA“ und „Spirit of Place“. Diese Themen, neben anderen, fließen aktiv in die Tätigkeiten der Stätten ein und werden ebenfalls für eine bessere Performance genutzt.


Kurz vor Projektende war dann auch das gemeinsame Comic-Book fertig und kann jetzt an Stakeholder und einflussreiche Unterstützer:innen verteilt werden.


Mit dem neuen Comic-Book verfügen die EHL Stätten jetzt über ein gemeinsames Instrument der Vermarktung – und überlegen bereits ihre nächsten Schritte in Richtung EHL Netzwerk-Stärkung.

Mehr zu EHL@N finden Sie hier.


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