Projektwelt Newsletter Dezember 2020

Vorwort des Burghauptmanns

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und viele von uns sind darüber recht froh. Noch immer leben wir mit Abstandsregeln, Maskenpflicht und Reiseverboten, was die Projektarbeit weiter stark beeinflusst. Aus diesen Gründen haben wir heuer erstmals Projektmeetings online abgehalten und sogar unsere Veranstaltungen online durchgeführt. Durchaus eine große Herausforderung!

Trotzdem ziehe ich eine sehr positive Bilanz: das Interesse an den Fachveranstaltungen war groß und die Beteiligung noch größer. Zwei unserer Projekte haben mittlerweile die Halbzeit überschritten, während ein anderes erfolgreich gestartet ist. Wie berichtet hat Covid19 den BHÖ Kongress 2020 gestoppt. Stattdessen gab es jeweils eine Fachveranstaltung für das EHL-Netzwerk, für PRO-Heritage und INCREAS.

Das einmalige Pilotprojekt „INCREAS“ ist gestartet und wird den neuen Sektor „(Bau)Kulturerbe & Kreativwirtschaft“ definieren und strukturieren – eine historische Chance. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Gestaltung werden geschaffen und gleichzeitig gewinnt der neue Sektor wesentlich an Bedeutung. Ein wichtiges Ergebnis des Projekts wird ein Prototyp des EUComp-Zentrums sein.

In dieser Ausgabe des Projektwelt Newsletters lesen Sie mehr zu „INCREAS“ und anderen Projektaktivitäten der letzten Monate, sowie etwas über die Aufgaben eines Burghauptmannes.

Ich wünsche Ihnen im Namen aller MitarbeiterInnen ein Frohes und Gesegnetes Weihnachtsfest – bleiben Sie gesund und rutschen Sie gut ins Neue Jahr 2021. 

HR Mag. Reinhold Sahl
Burghauptmann

P.S. Wir bieten Ihnen gerne eine Plattform zum Austauschen und Vernetzen. Unterstützen Sie uns also in unseren Aufgaben, indem Sie uns Ihre Beiträge, Wünsche und Anregungen zukommen lassen unter info@projektwelt-burghauptmannschaft.eu.


The European Heritage Academy – Der Neustart

The European Heritage Academy bietet Weiterbildung im Bereich Historische Gebäude an. Hinter der EHA, wie die Academy kurz genannt wird, stehen die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) und das Bundesdenkmalamt Österreich (BDA) als Träger.

EHA Kurse werden laufend angeboten und bilden gemeinsam mit e-Learning die Basis für die Zertifizierung durch die ECQA – European Certification and Qualification Association (www.ecqa.org), einer in Österreich ansässigen internationalen Vereinigung.

Mehr zu The European Heritage Academy finden Sie hier.


Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage – erste Halbzeit

Das Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage läuft seit nunmehr eineinhalb Jahren und die Partner haben den Zwischenbericht eingereicht. Erste Produkte wie die Länderberichte, und die Liste der Best Practice Beispiele, sowie das darauf aufbauende Curriculum sind fertiggestellt.

Am 14. Oktober 2020 hat die erste Fachtagung zu PRO-Heritage in der Kartause Mauerbach stattgefunden. Diese Veranstaltung hat teilweise den bisherigen Europäischen Kongress über die Nutzung, Bewirtschaftung und Erhaltung historisch bedeutender Gebäude ersetzt, was der anhaltenden Covid19 Krise geschuldet war. Auf Grund der wieder gestiegenen Infektionszahlen konnte die Veranstaltung sowohl onsite wie auch online besucht werden. Das Programm der Fachtagung steht hier zur Verfügung.

Bei dieser Veranstaltung ging es natürlich um die Inhalte von PRO-Heritage. Also Weiterbildung von SpezialistInnen im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien für gebautes Kulturerbe – und was im Projekt bisher erreicht wurde.

Wie beim letzten Projektmeeting am 18. und 19. Juni 2020 trafen sich die Partner auch für die Fachtagung wieder online. Trotz dieser Herausforderung hat das Team konstruktiv gearbeitet und den Projektplan neu abgestimmt. Mehr zum Horizon 2020 Projekt PRO-Heritage und die ersten fertiggestellten Produkte finden Sie hier.


Kulturerbesiegel und EHL@Netzwerk – noch eine Halbzeit

Auch die Projektarbeit des Netzwerks muss an Covid19 angepasst werden und so fand Anfang Juli ein Online-Meeting statt. Das Konsortium hat den EHL-Netzwerk Tag am 13. Oktober 2020 im Detail geplant und hat großteils online an der Veranstaltung teilgenommen.

Der online Zugang ermöglichte es auch anderen Stätten, z.B. den neu ausgezeichneten, den nationalen KoordinatorInnen und VertreterInnen der EU Kommission aktiv Teil haben zu können. Durch den Einsatz von interaktiven Online-Werkzeugen konnten sich die TeilnehmerInnen aktiv einbringen. Weiters wurden die Details für einen Fotowettbewerb finalisiert, der im Jänner und Februar 2021 durchgeführt wird. Das Programm und einige Präsentationen des EHL Netzwerk Tages stehen hier zur Verfügung.

Das umfangreiche Strategiepapier, das die PartnerInnen bereits kommentiert haben, war die Basis für eine vertiefte Diskussion über das Schaffen einer EHL Marke. Daraus werden jetzt konkrete Marketing-Aktivitäten zur Stärkung der Marke abgeleitet.

Ein wichtiges Thema der Fachtagung in Wien war auch die nochmalige Präsentation der „Communication Toolbox for EHL sites“, die auf gemeinsames Markendesign (Corporate Design) und die konsequente Verwendung des EHL Markenlogos hinweist.

Marken schaffen Bilder in den Köpfen der Menschen und je positiver diese sind, desto wahrscheinlicher ist das Interesse an den „Produkten“ – im Fall von EHL also den Leistungen der TrägerInnen. Mehr zum Projekt EHL@N hier.

Mehr zum Projekt EHL@N hier.


Kulturerbesiegel Hofburg Wien – Bestätigung

Der erste Monitoring Bericht des Panels liegt vor und bestätigt die Richtung der letzten Jahre. Die Fülle von Fotos und Berichten wurde positiv bewertet, nur im Bereich Jugend herrscht Nachholbedarf. Die neue Website der Hofburg Wien als wichtiges Element des EHL Konzepts der Hofburg Wien geht Ende 2020 online. Es ist der erste Gesamt-Auftritt des riesigen Gebäudekomplexes – mit mehr als 240.000 m² die größte zusammenhängende historische Profan-Anlage in Europa. Bisher traten nur eine Reihe von NutzerInnen einzeln öffentlich in Erscheinung – wie beispielsweise das Kunsthistorische Museum, das Museumsquartier oder das Sisi Museum.

Mit der EHL-Website der Hofburg Wien wird erstmals das gewaltige Ausmaß der Anlage deutlich: immerhin 2.600 Räume, 18 Trakte und 19 Höfe. Es befinden sich hier 16 Museen von Weltrang, mit 69 Sammlungen und insgesamt 12,5 Millionen Büchern und Objekten.

Die Hofburg Wien zeigt sich als Stadt in der Stadt, mit einer Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Eine Vielzahl von „Räumen“, wie Lebens-, Wirtschafts-, Forschungs- oder Spiel- und Lernraum, sowie Natur- und Verkehrsraum schaffen eine bunte lebendige Hofburg Wien, die Jung und Alt für vielfältige Zwecke zur Verfügung steht. Da das Europäische Kulturerbe-Siegel regelmäßig überprüft wird, darf sich ein/e TrägerIn auf dieser Verleihung nicht ausruhen. Deshalb sind auch zukünftig weitere Schritte für die Kulturerbesiegel-Stätte Hofburg Wien geplant.

Mehr zu EHL und der neuen Hofburg Wien Website ab Jänner 2021 hier.

Im folgenden Interview berichtet HR Mag. Reinhold Sahl, Leiter der Burghauptmannschaft Österreich – einer nachgeordneten Dienststelle des BM für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort – mehr über die Erfahrungen mit dem Kulturerbesiegel.

Interview Teil II


FLIP2-INCREAS – Vollstart

Das Pilotsprojekt INCREAS ist gestartet! In einem ersten Meeting wurden die Ziele besprochen und am 15. Oktober 2020 fand die Fachtagung zu INCREAS in der Kartause Mauerbach statt. Details zum Ablauf bzw. Programm der Fachtagung finden Sie hier.

Die PartnerInnen von INCREAS haben bereits erste Aktivitäten gestartet und einen Abgleich der ESCO Berufe bzw. der gelisteten Kompetenzen im Skills Panorama vorgenommen. Das ist notwendig, um die Struktur des neugeschaffenen Sektors Kulturerbe und Kreativwirtschaft bestmöglich zu definieren.
Weiters wurden die Stakeholder analysiert und auf einer entsprechenden Liste zusammengefasst. Das ist die Basis für eine weitestgehende Abstimmung bei der Strukturierung des Sektors. Bestehende Werkzeuge wie ESCO und EU SkillsPanorama werden ergänzt und auf neuesten Stand gebracht. Derart wird ein starker Sektor definiert, der Kulturerbe – vorrangig das gebaute – und Kreativwirtschaft zum beiderseitigen Nutzen kombiniert.
In der Folge wird eine Reihe von innovativen Weiterbildungs-Maßnahmen, wie hochentwickelte digitale Kompetenz-Module entwickelt und umgesetzt.

Ein strukturiertes Austauschprogramm und Initiativen zur Erhaltung der traditionellen Handwerkskunst durch Einbeziehung junger Menschen, sollen das Überleben gefährdeter Fähigkeiten gewährleisten.
Ein besonderes Ergebnis des Pilotprojekts wird ein Prototyp des Europäischen Kompetenz- und Gemeinschaftszentrums für Kulturerbe, kurz EUComp-Zentrum, sein, das in Mauerbach, AT, eingerichtet wird. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem auf gebautem Kulturerbe. Es wird zeigen, wie solche Zentren einen starken Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der europäischen Regionen leisten können.

Mehr Information zu INCREAS finden Sie hier.


BHÖ-Kongress – Ersatzprogramm

Seit 2012 findet der Europäische Kongress über die Nutzung, Bewirtschaftung und Erhaltung historisch bedeutender Gebäude einmal jährlich statt – eine Veranstaltung, die ExpertInnen aus ganz Europa nach Wien bringt. 2020 war alles anders, da bedingt durch Covid19 keine Großveranstaltung sinnvoll erschien.

Stattdessen fanden drei spezifische Fachveranstaltungen statt:

– ein EHL-Netzwerk Tag, an dem sich EHL Träger-Organisationen, nationale KoordinatorInnen, VertreterInnen der EU-Kommission und Panel, sowie EHL@N Projektpartner trafen und ihre Themen besprachen

– eine PRO-Heritage Fachtagung, in der das Projekt und seine bisherigen Ergebnisse interessierten Stakeholdern und KollegInnen präsentiert wurden

– eine FLIP2-INCREAS Fachtagung, mit dem das neue Projekt vorgestellt und geplante Auswirkungen erklärt wurden.

Damit bot die Burghauptmannschaft auch 2020 ausreichenden Raum für fachspezifischen Austausch, Information und Zusammenarbeit. Einen Überblick bzw. das Programm der Fachtagungen finden Sie hier.


Interreg-Projekt COL – Volldampf

Die Sanierungsarbeiten beim Schüttkasten in der Retzer Pfarrgasse schreiten voran. Das Vorhaben wird größtenteils durch EU-Mittel finanziert (Interreg AT-CZ); die Stadtgemeinde Retz beteiligt sich an dem EU-Projekt Centre for Restoration of Common Cultural Heritage (COL). „Die Renovierungskosten belaufen sich auf rund 800.000 Euro und die Fertigstellung ist für Dezember 2020 vorgesehen“, wie Bürgermeister Helmut Koch bei einer Besichtigung der Baustelle erläuterte.

Für Retz und Znojmo, Partnerstädte seit 1998, bedeutet das Projekt überdies eine Vertiefung der gemeinsamen Beziehungen. Das Hauptergebnis des COL-Projekts werden zwei vorbildlich sanierte und erschlossene Baudenkmäler auf beiden Seiten der Grenze sein.

Als Beispiel eines langzeitig verkommenden, außerordentlichen Denkmals wurde die sogenannte „Alte Schule“ im Znaimer Kloster Louka (Klosterbruck) ausgewählt. Das zweite Objekt ist der Schüttkasten in Retz, der im Gegensatz dazu ein typisches Denkmal von lokaler Bedeutung darstellt, deren Erneuerung am häufigsten zu lösen ist. Beide Gebäude werden Konferenzen, Ausstellungen sowie Führungs-, Informations-, Kultur- und Aufklärungsaktivitäten ermöglichen.

Aufgrund der Komplexität und Spannweite der Themen wird es sich oft um Aktivitäten mit Übernachtung handeln, wie die Verantwortlichen gegenüber der NÖN erklären.

Quelle: NÖN, 22. Mai 2020


European Heritage Volunteers – Ein Rückblick

Erstmals wurde ein European Heritage Trainings Kurs in Österreich durchgeführt. Er fand im Belvedere statt, das die Erfahrung von Architektur und Kunst auf einzigartige Weise verbindet. Das gesamte Ensemble gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe „Historisches Zentrum Wien“. 15 StudentInnen nahmen am Projekt teil.

Die von European Heritage Volunteers angebotenen Projekte sind sehr vielfältig. Die Dauer sind jeweils zwei Wochen und sie werden von erfahrenen Handwerkern bzw. fachspezifischen Experten geleitet. Sie stehen sowohl Fachleuten als auch Freiwilligen ohne vorherige Ausbildung oder Fähigkeiten im Zusammenhang mit Kulturerbe offen.

Sie finden mehr zu European Heritage Volunteers hier.


Blitzlicht – Via Habsburg

Die Via Habsburg ist eine seit 2014 zertifizierte „Kulturroute des Europarates“. Sie verbindet die einzelnen, historischen Schauplätze, die in engem Zusammenhang mit dem Haus Habsburg(-Lothringen) stehen, miteinander und mit der europäischen Geschichte.

Entlang von rund 1.000 km sind derzeit 84 Institutionen aus den Bereichen Kultur, Kunst und Tourismus beteiligt. Insgesamt werden über 150 touristische Ziele am Bodensee, im Schwarzwald, im Elsass und in Lothringen sowie in Tirol und, mit der Kaiser Villa in Bad Ischl, auch im Salzkammergut durch die Kulturroute verbunden.

Quelle: https://www.viahabsburg.online/


Wussten Sie, dass die Burghauptmannschaft 2018 ein Memo-Spiel für die EU-Kommission entwickelt hat? Da finden Sie EHL Stätten in Bilderpaaren und können Ihr gutes Gedächtnis trainieren. Ein lehrreiches Geschenk, ideal für lange Winterabende zu Hause…
Bestellungen können unter info@projektwelt-burghauptmannschaft.eu abgegeben werden. 

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12. Oktober 2021
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